Dieses Konzept ist aus unserer praktischen Arbeit im Landkindergarten Timmersloh entstanden. Es beschreibt, wie wir pädagogisch arbeiten. Das umfasst: Wie wir mit den uns anvertrauten Kindern in Kontakt treten, wie wir für sie erfahrbar sein wollen, wie wir den Kindergartenalltag strukturieren und wie wir die gemeinsame Umgebung gestalten.

Werte Tagestruktur Besonderheiten Eingewöhnung Elternkontakt

Unsere Werte

Wir arbeiten in freiem und lebendigem Austausch mit den Kindern. Unsere Sicht auf die Kinder ist dabei prozessorientiert. Darunter verstehen wir eine grundsätzliche Offenheit für die Individualität der Kinder – für ihre Entwicklung sowohl einzeln als auch im Miteinander.
Unser Kindergarten bietet eine liebevolle Umgebung. Zeiten, Räume und Regeln dienen dazu, Verlässlichkeit, Vertrautheit und Orientierung zu geben.
Unser Kindergarten gibt den Kindern sowohl Schutz als auch Freiräume: für soziales Lernen, für kreative Entfaltung, für wildes Toben, für Ruhe und um einfach ‚sein‘ zu dürfen.
Im pädagogischen Team ist uns ein intensiver Austausch und das gemeinsame Lösen von Problemen wichtig. Zur Reflektion und Qualitätssicherung unserer Arbeit nehmen wir regelmäßig ein Supervisionsangebot wahr.
Wir sind achtsam und fühlend im Kontakt mit den Kindern. Wir bieten in diesem Kontakt wohlwollendes Interesse, Authentizität, Herzlichkeit und auch hier Verlässlichkeit an. Unsere pädagogischen Fachkenntnisse leiten uns dabei. Dadurch entwickeln und pflegen wir entwicklungsfördernde Beziehungen mit den Kindern.

Beschwerdemanagement mit/durch Kinder

Uns ist mit und unter den Kindern ein vertrauensvoller Umgang wichtig, damit sich die Kinder in ihrer Individualität geborgen fühlen und so den Kindergartenalltag mitgestalten können. Dies geschieht zum Beispiel durch:

  • persönliche Gespräche zwischen Kind/Kindern und Erziehern (Konflikte, Sorgen, Ängste),
  • durch den täglichen Morgenkreis.

Tagesstruktur

Es gibt eine klare und für die Kinder nachvollziehbare Tages- und Wochenstruktur, die über eine mit den Kindern erarbeitete Wochenuhr visualisiert wird. Die Wochenuhr stellt jeden Tag in einer eigenen Farbe dar, visualisiert, welche Erzieherinnen an welchem Tag vor Ort sind und welche wöchentlich wiederkehrenden Besonderheiten der jeweilige Tag mit sich bringt

Morgenkreis

Im Morgenkreis beginnt der gemeinsame Kindergartentag. Dazu zählt, sich gegenseitig wahrzunehmen, Erlebtes zu berichten, und auf das aktuelle Thema Bezug zu nehmen, das sich aus den Jahreszeiten, anstehenden Festen oder anderen aktuellen Dingen ergibt.
Tageskind: Im täglichen Wechsel übernimmt das Tageskind eigenverantwortlich Aufgaben und gewinnt dadurch an Selbstständigkeit und sein Selbstvertrauen. Es lernt, im Mittelpunkt zu stehen und mit dieser besonderen Rolle umzugehen.

Frühstückscafé und Freispiel

Das Frühstück wird in unserem „Frühstückscafé“ in der Küche in einer Kleingruppe mit etwa fünf Kindern eingenommen und von einer Erzieherin begleitet. Die Kinder entscheiden selbst, ob und wann sie innerhalb der „Öffnungszeiten“ frühstücken möchten. Der ruhige und geschützte Raum lädt ein, miteinander ins Gespräch zu kommen – das hilft besonders Kindern, die in einer größeren Gruppe eher zurückhaltend sind.
Parallel zum Frühstück haben die Kinder Zeit, nach ihren eigenen Interessen frei zu spielen. Diese Zeiten eröffnet den Kindern einen Raum, um sich sozial zu erproben, Erlebtes verarbeiten und Konflikte bewältigen zu können. Durch bewusste und aufmerksame Begleitung des Spiels gewinnen die Erzieher*innen einen Eindruck von den aktuellen Lernbereichen, Themen und Interessen der Kinder.

Draußenzeit

Täglich und bei jedem Wetter gehen wir nach draußen. Unser Gelände bietet zahlreiche Möglichkeiten zu freiem Spiel, zum Klettern, Schaukeln, Fußball spielen, zu intensiver Beschäftigung mit unstrukturiertem Material (Wasser, Erde, Laub und Sand), zum Toben und Laut sein, aber auch zu feinem Rollenspiel, z.B. in einer der Hütten. 

Mittagessen

Das Mittagessen wird – im Gegensatz zum Frühstück – mit allen Kindern gemeinsam eingenommen. Bei den Mahlzeiten geht es um die Entdeckung der Geschmäcker, Tischgespräche und die sinnliche Erfahrung des Essens. Das Mittagessen wird in der Regel von den Eltern zubereitet. Einmal im Monat wird im Kindergarten gemeinsam mit den Kindern gekocht. Hierbei lernen die Kinder den Umgang mit Lebensmitteln, Messern und anderen Küchenwerkzeugen und die Einhaltung von Hygieneregeln. Auch das tägliche Tisch decken bietet den Kindern Gelegenheit, eigenverantwortlich kleine Aufgaben zu übernehmen.

Vorschularbeit

Im Herbst eines jeden Jahres beginnt zudem die Vorschule für alle Kinder, die im folgenden Jahr eingeschult werden. Hier werden die Kinder spielerisch auf die Schule vorbereitet. Im Rahmen der Vorschularbeit kooperieren wir mit den benachbarten Grundschulen in Borgfeld und Lilienthal und begleiten die Kinder auch zu Schnuppertagen in ihre zukünftigen Schulen.
Ruhezeit: Nach dem Mittagessen teilt sich die Gruppe: Die Kinder bis 4 Jahre ziehen sich zum Schlafen oder Ausruhen in den Ruheraum zurück. Die größeren Kinder kommen bei einer Geschichte oder einem Kamishibai (Erzähltheater) zur Ruhe und widmen sich anschließend ihren Malheften, ihrem Portfolio oder gemeinsamen Spielen.

Abschlusskreis

Zum Ende des Kindergartentages kommen alle Kinder im Abschlusskreis zusammen. Gemeinsam spielen wir angeleitete Kreisspiele, in die die Abholsituation spielerisch integriert wird. Dies ermöglicht uns, den Eltern eine Abhol-Gleitzeit von einer halben Stunde anzubieten und erleichtert den Kindern den Übergang.

Besonderheiten

Der Jahreslauf, Frühling, Sommer, Herbst und Winter begleiten uns durch unseren Kindergartenalltag. Gemeinsam beobachten wir die Veränderungen in der Natur und erforschen und entdecken dabei die Jahreszeiten hautnah. Zusätzlich sind andere wiederkehrende Ereignisse wichtig. Dazu gehören besondere Kindergartenphasen wie die Eingewöhnung neuer Kinder, der Übergang in die Schule und bestimmte Entwicklungsphasen, aber auch Feste wie Fasching, Ostern, Erntedank, Sankt Martin, Weihnachten und andere Feiertage. Auch die Geburtstage der Kinder werden mit wiederkehrenden Ritualen gefeiert.

Ausflüge

Wir machen Ausflüge zu unterschiedlichen Themen und Anlässen. Traditionell besuchen wir im September eine Apfelmosterei und lernen hier, wie Apfelsaft hergestellt wird. Im Frühling besuchen wir die benachbarten Schafe und Lämmer und picknicken auf dem Feld. Großes Highlight ist darüber hinaus die jährlich stattfindende Waldwoche.

Gärtnerei

Von Frühjahr bis Herbst wandern wir mit den größeren Kindern wöchentlich zur benachbarten Bio-Gärtnerei „Rhizom“, wo wir mit fachkundiger Hilfe ein Beet bewirtschaften, säen, Unkraut jäten, pflegen, wässern und schließlich ernten.

Eingewöhnung

Die Eingewöhnungszeit ist eine wichtige und sensible Phase für den Beziehungsaufbau und die Beziehungsarbeit zwischen Erzieherinnen, Kindern und Eltern. Im Vorfeld erstellen wir gemeinsam mit den Eltern einen persönlich abgestimmten Eingewöhnungsplan. Dabei passen wir vorhandene Konzepte an die individuellen Bedürfnisse der Kinder an. Uns ist es wichtig, dass wir es gemeinsam mit den Eltern schaffen, dass das Kind in der neuen Umgebung seinen Platz findet, sich sicher und wohl fühlt. Von den Eltern erwarten wir, dass sie ihre Kinder auf diesen ersten Schritten in den Kindergarten begleiten. Nach sechs bis acht Wochen führen wir ein Eingewöhnungsgespräch und geben ein Feedback zum Ankommen im Kindergarten und ob die Eingewöhnungszeit abgeschlossen ist.

Elternkontakt

Für unsere Arbeit ist es uns sehr wichtig, mit den Eltern zusammen zu arbeiten, mit ihnen in engem Kontakt und regelmäßigem Austausch zu sein. In jährlich – bei neuen Kindern zweimal jährlich – stattfindenden Entwicklungsgesprächen tauschen wir uns mit den Eltern über die individuelle Entwicklung ihres Kindes aus. Darüber hinaus sind wir für die Eltern bei Fragen, Sorgen oder Problemen jederzeit auch kurzfristig ansprechbar. Auf Elternabenden berichten wir aus dem Kindergartenalltag, informieren über Abläufe in der Gruppe, aktuelle Entwicklungen, anstehende Feste und Ausflüge.